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Das kann ich mir nicht leisten

von | Jul 2, 2021 | Glückswende | 0 Kommentare

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In den letzten Wochen beschäftige ich mich intensiver mit dem Thema Geld und Finanzen. In meinem bisherigen Leben ist dies ein Themenfeld, mit dem ich mich nur ungern abgegeben habe. Natürlich habe ich meistens dafür gesorgt, dass ich weniger aufgegeben habe, als ich eingenommen habe. Ich hatte einen Bausparvertrag (typisch deutsch) und auch mal Sparverträge und sichere Investitionen in Fonds, allerdings müsste ich mich nicht um meine Finanzen kümmern.
Oft stand ich vor größeren finanziellen Herausforderungen oder Wünschen, die ich mir offensichtlich nicht sofort leisten konnte.
Als Kind und Jugendlicher lernte ich, dass nie genug Geld vorhanden ist und ich mir die meisten Dinge im Leben nicht leisten können werde. In meinen frühen 20ern kam ich zu einem kleinen Batzen Geld und leistete mir alles Mögliche, das mir einfiel. Das Geld war kurze Zeit später ausgegeben und es blieben sogar noch Schulden zurück. Ganz einfach weil ich nie gelernt hatte, mit Gled umzugehen.
Danach sagte ich mir sehr oft, dass ich mir Dinge einfach nicht leisten konnte. Sobald ich eine Gehaltserhöhung erhielt, passte ich meine Ausgaben entsprechend an. Es war nie genügend da, um meine größeren Wünsche zu erfüllen.
Irgendwann veränderte sich dies. Ich kaufte ein Haus und bemerkte, dass ich mir sehr wohl größere Anschaffungen leisten konnte. Es kam bloß darauf an, die Umstände zu verstehen und einen Weg zu finden, wie ich das bewerkstelligen konnte. In diesem Fall geht es bei den meisten Menschen nur mittels Langzeitkredit bei einer Bank. Auch Autos werden finanziert, geleast oder gemietet, damit sie erschwinglich werden. Es gibt viele andere Wege, um sich finanzielle Wünsche zu erfüllen, die günstiger sind, als einen Kredit bei der Bank, selbst zu niedrigen Zinsen zu nehmen oder den Banken dein Geld in Form von Sparanlagen zum arbeiten zu überlassen.
Mittlerweile sage ich nicht mehr: »Das kann ich mir nicht leisten.«
Stattdessen frage ich mich: »Wie kann ich mir das leisten.«
Exakt dieselbe Einstellung ist bei dem größten Teil der Menschen eine grundsätzliche Einstellung. Werden sie mit neuen Anforderungen oder ungewohnten Umgebungen konfrontiert, dann sagen sie: »Das kann ich nicht!« oder »Das geht nicht!«
Ausführlich heißt es: Das kann ich nicht leisten.
So halten sich diese Menschen davon ab, ihre eigentlichen Bedürfnisse zu decken und Wünsche zu erfüllen. Dies würden sie jedoch zu einem Leben, das ihnen ganz und gar entspricht benötigen.
Warum denkst du zuerst, du kannst etwas nicht?
Erstens haben wir als Kind immer wieder gehört, dass wir bestimmte Sachen nicht (gut) können. So etwas sagen Eltern meist, weil sie dich vor Gefahren, Enttäuschungen und Demütigungen schützen wollen.
Zweitens liegt es an der Grundeinstellung deines Gehirns, das am Tag zu 92,5% negative Gedanken und nur zu 7,5% positive Gedanken denkt. Mehr dazu kannst du im Kapitel Stehe ich richtig in unserem Buch SEELENWEITE lesen. Dein Gehirn reagiert auf neue Situationen, Herausforderungen, Bedürfnisse oder Wünsche immer mit dem Durchdenken aller negativen Auswirkungen deiner Handlungen. Es wil dichdavon abhalten, dich in Gefahr zu begeben. Dabei hat es aber nur die direkten und kurzfristigen Schäden im Blick, die du erleiden könntest. Es kann nicht soweit denken, dass die Unterlassung, für dich und deine Bedürfnisse und Wünsche zu sorgen, ebenfalls negative und schädliche Auswirkungen hat.
Drittens ist es für viele Menschen einfacher, sich Wünsche und Bedürfnisse zu versagen, damit sie in gewohnten Bahnen bleiben können. Sie brauchen sich nicht damit beschäftigen, wie sich ihre Wünsche und Bedürfnisse in Realität umsetzen lassen.
Die Antwort »Das kann ich nicht leisten«, bewahrt dich also anscheinend vor Gefahren, ist der einfachere Weg und außerdem weißt du ja, dass du nicht das Zeug dazu hast, dieses spezielle Bedürfnis zu befriedigen oder diesen speziellen Wunsch wahr werden zu lassen.
Ich habe mir bisher 8 meiner absoluten Herzenswünsche erfüllt. Für jeden davon habe ich bestimmte Dinge tun und lernen müssen. Für jeden davon musste ich zuerst denken: »Wie kann ich das leisten.«
Denn erst ab diesem Gedanken befasse ich mich überhaupt mit dem Wunsch. Vorher habe ich mir die Erfüllung des jeweiligen Wunsches in den schillerndsten Farben vorgestellt. Ich habe nicht nur Luftschlösser gebaut, sondern ganze Luftwelten in meinen Gedanken erschaffen.
Einer dieser Wünsche war die Veröffentlichung eines Romans mit dem Titel Nordfriesenkönig. Ich musste mich erstmal hinsetzen und mir eine vollständige Geschichte ausdenken. Dann musste ich mich darum kümmern, was man tut, um von einem Verlag angenommen zu werden. Ich musste mich um die Umschlagsgestaltung, ein Lektorat und ein Korrektorat kümmern. Ich habe Exposé verfasst und dutzende Verlage und Agenturen angeschrieben, nur um ausschließlich Absagen zu erhalten. Dann habe ich beschlossen, das ganze von Grund auf zu erlernen und habe verschiedene Quellen genutzt, um mir das Handwerk des Schreibens beizubringen. Dabei bin ich darauf gestoßen, dass es keinerlei Chance gibt, mit einem unaufgefordert eingereichten Manuskript von einem Verlag akzeptiert zu werden. In Zeiten des Selbstverlags heuern Verlage nur noch Autoren an, die von anderen Autoren empfohlen werden oder nehmen erfolgreiche Selbstverleger unter Vertrag. Mein Weg war ungefähr so erfolgversprechend, als würde ich Lotto spielen. Also lernte ich noch das System des Selbstverlages und brachte mein Buch in Eigenregie heraus. Genau dasselbe tat ich auch mit meinem Ratgeber Mit Achtsamkeit zum Urvertrauen – Hochsensibilität im Alltag.
Die Verkäufe waren nicht sensationell, vor allem, da es das Sachbuch auch kostenlos im Internet zu lesen gibt, aber ich habe einige hundert Euro Gewinn gemacht. Ungleich mehr wert war die Resonanz der Leser, die durchweg äußerst positiv ausfiel. Beim Thema Hochsensibilität erreichen mich regelmäßig sehr bewegende Geschichten und herzliche Danksagungen.
Ich durfte Lesungen für Kinder und Erwachsene abhalten und Kindern in Workshops an Schulen vermitteln, was es heißt, Autor zu sein und wie man einen kinderkrimi plant und schreibt.
Es war die steilste Lernkurve, die ich in meinem Leben gemeistert habe und es hat sich wirklich gelohnt. Nebenbei entdeckte ich, dass es wirklich nichts schöneres für mich im Leben gibt, als Geld mit dem Schreiben von Büchern zu verdienen. Außerdem wurde so SEELENWEITE überhaupt erst möglich.
Zudem habe ich nach meinem Ausstieg aus meinem ersten Beruf (der eigentlich zwei war) meinen Jugendtraum verwirklicht. Ich durfte mit freundlicher Unterstützung der Agentur für Arbeit eine Umschulung zum Mediengestalter durchführen. Schon am Ende der Realschule hätte ich gerne was mit Design gemacht, allerdings habe ich mich selbst davon abgehalten (und auch von anderen abhalten lassen zu studieren), weil ich dachte, ich könne nicht gut genug zeichnen und malen und hätte keinen Sinn für Harmonie und Schönheit. In meiner Umschulung lernte ich, dass ich einen sehr ausgeprägten Sinn für beides hatte und meine Zeichen- und Malkünste überhaupt nicht benötigt wurden. (Web-)design ist meine zweite Leidenschaft geworden und ich habe hiermit auch schon einiges verdient, um mir andere Wünsche erfüllen zu können.
Das sind nur die beiden großen Wünsche, die ich mir erfüllt habe, indem ich umdachte und nicht mehr in der »Das-kann-ich-nicht-leisten«-Denk-und-Fühl-Schleife gefangen bin.
Bei all diesen Wunscherfüllungen habe ich gelernt, dass es sinnvoll ist, nicht nur die unbedingt notwendigen Schritte, sondern gleich das ganze System zu lernen.
Noch ein berufliches Beispiel: 1995 war ich ausgelernter Verwaltungsfachangestellter und habe 10 Jahre lang einen unterfordernden Job gemacht, der mir nicht entspricht. Ab 1991 habe ich mich intensiv mit Computertechnik auseinandergesetzt. Anstatt nur zu spielen und Programme anzuwenden, habe ich die grundsätzliche Funktion von Computerhardware, ein paar Programmiersprachen, die Systematik mehrerer Betriebssysteme (wie Windows oder Linux) und die Bedienkonzepte verschiedenster Programme und Apps gelernt. Ich habe also das System »Datenverarbeitung« begreifen gelernt. Das verhalf mir 2004 zum Quereinstieg in die IT-Abteilung meines Arbeitgebers und ich konnte dank meiner Systemkenntnisse schnell erfassen, wie die vielen Spezialprogramme funktionierten, die im Einsatz waren.
Ein System zu verstehen versetzt dich in die Lage, den Überblick zu bekommen und die Stellen identifizieren zu können, an denen du im System handeln, etwas verbessern oder Störungen beseitigen zu können.
Die meisten Menschen begnügen sich damit, mit ihrer »Das-kann-ich-nicht-leisten«-Haltung nur die absolut notwendigen Schritte zu lernen, die es ihnen ermöglicht in einem Bereich handlungsfähig zu sein. Tritt dann ein Problem oder Änderungen an den Wegen innerhalb des Systems auf, sind sie sofort handlungsunfähig und auch unfähig, sich anzupassen oder die Störung zu beseitigen. Natürlich kann man für alles Spezialisten engagieren, die einem dann hohe Rechnungen stellen, da sie genau wissen, dass der Mensch keine Ahnung davon hat, was er in Wirklichkeit tut. Du kannst auch gar nicht alle Systeme der Welt erlernen. Doch wenn es darum geht, die eigenen Bedürfnisse zu decken oder Seelenwünsche zu erfüllen, die ganz und gar dir entsprechen, so habe ich festgestellt, dass es kaum Mehraufwand bedeutet, das ganze System zu erfassen, anstatt immer wieder neue Methoden und Wege lernen zu müssen, auf denen du in kleinen Einzelschritten zum Ziel kommst.
Am System, wie Computer und Netzwerke funktionieren hat sich wenig geändert, auch wenn Computer heute in Form von Tablets, Smartphones und Türklingeln daherkommen und Netzwerke Clouds und Social Media Plattformen bilden. Am System der grafischen Harmonie (die Grundlage für Design) hat sich seit Jahrhunderten nichts geändert. Am System der Schriftstellerei und des Buchverlags ebenfalls nicht.
So ist es auch mit dem Geldsystem. Die Ausprägungen sind natürlich ganz anders als vor zweihundert oder zweitausend Jahren, aber das System ist dasselbe. Das ganze System basiert lediglich auf den Grundsätzen der Verschuldung. Wer hat bei wem welche Schulden. Wenn du Arbeit leistest, schuldet dir dein Arbeitgeber oder Kunde etwas. Wenn du eine Wohnstätte benutzt, schuldest du dem Eigentümer der Wohnstätte (das ist in dem allermeisten Fällen eine Bank) etwas. Für deine Nahrungsmittel, die Kosmetika, Pflege- und Gesundheitsmittel schuldest du den Läden und die den Herstellern etwas. Die Hersteller schulden den Rohstoffgewinnern und den Erfindern etwas. So zieht sich das System durch alle Bereiche des Lebens.
Als finanziell unausgebildeter Mensch gehst du zu einem Finanzberater und tust, was er dir rät, denn der Spezialist weiß ja, wie das System funktioniert. Du willst möglichst wenig Gefahren eingehen, dein Geld zu verlieren. Für dich ist 99% dessen, was auf den Finanzmärkten geschieht zum einen Magie und zum anderen gefährlich. Für einen Menschen, der sich mit den Schritten vertraut gemacht hat, wie er Aktien an- und verkauft und wie er sein Risiko minimal hält, ist zumindest dieser Teil der Finanzwelt nur mit geringem Risiko behaftet. Ändern sich allerdings die ihm bekannten Schritte, muss er die neuen Schritte immer wieder lernen. Das System und damit die zu unternehmenden Schritte ändern sich jedoch permanent, also muss er auch stets neu lernen.
Für den, der das gesamte Finanzsystem durchschaut, eröffnet sich eine Welt, die aus bekannten Gefahren besteht. Dieser Mensch kann in allen Bereichen investieren und er versteht auch den Unterschied zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Als finanziell ausgebildeter Mensch ist es nicht schwierig sich in für ihn neue Märkte und neue Möglichkeiten einzuarbeiten oder einzulesen, da sie alle nach denselben Regeln aufgebaut sind. Kleinere Veränderungen bedeuten für ihn nur die Anpassung von ein oder zwei Handlungen.
In Wirklichkeit setzen sich der finanziell ungebildete Mensch und der teilweise gebildete Mensch den höchsten Risiken aus und das in jedem Bereich des Lebens. Gib dein Geld einem Finanzmakler und du machst den Finanzmakler reich und auch seine Banken. Du hast am wenigsten davon. Sobald sich die Regeln und Handlungsabfolgen ändern, setzt sich der teilweise gebildete Mensch dem Risiko aus, den bisherigen Einsatz durch seine Unwissenheit in den neuen Handlungsabläufen oder die neuen Einsätze durch falsche Bedienung der Handlungsabläufe zu verlieren.
Der Mensch, der das System kennt, passt sich schnell an und macht weiter, als wäre nichts geschehen.
Du kannst es dir gerne auch wie eine Koch- oder Backanleitung vorstellen. Wenn du grundsätzlich lernst, wie die Zubereitung von Suppen funktioniert, musst du nicht alle Rezepte aller Suppen auswendig lernen, die du kochen willst. Wenn du verstanden hast, wie Brot backen funktioniert, kannst du ohne Rezepte und mit wenig Zutaten alle möglichen herrlichen Brote und Brötchen backen.

Fazit:
Zu meinem unschätzbaren Vorteil war das Umdenken von »Ich kann das nicht leisten!« zu »Wie kann ich das leisten?«. Der erste Satz hält mich von allen weiteren Schritten und Handlungen ab und ich kann nicht zu dem kommen, was mir wirklich entspricht. Der zweite Satz regt mich zum Nachdenken an, auf kreative Art und Weise zu dem Punkt zu gelangen, an dem ich meine Bedürfnisse decken und Wünsche erfüllen kann.
Die Bereitschaft, den kleinen Mehraufwand zu investieren, gleich das System zu lernen und nicht nur einzelne Schritte und Handlungen, um an mein Ziel zu gelangen, hat mich dazu befähigt, einmal etwas richtig zu lernen und mich neuen Herausforderungen schnell anpassen zu können.
Bei allen Dingen, wo ich nur die Schritte kenne, wie ich zu dem einen Ziel komme, muss ich jedesmal neu alle veränderten Schritte lernen.
Als nächstes folgte dann der nächste Schritt, meine Gedanken von »Das will ich aber nicht!« zu »Wie will ich das eigentlich?« zu lenken. Doch davon im nächsten Artikel.

Das kann ich mir nicht leisten

von | Jul 2, 2021 | Glückswende | 0 Kommentare

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