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1.7 Der Akzep-Tanz und der Wider-Stand

Lesedauer: 3 Minuten

Den bitte was? Der Akzep-Tanz lebt von Annahme und Bewegung. Er ist das Gegenteil vom Wider-Stand, der Stillstand und Abwehr bevorzugt.

Während der Akzep-Tänzer graziös und elegant über das Tanzparkett des Lebens schwebt, in seiner ganz eigenen, sehr persönlichen Art und Weise, steht der Wider-Ständler meist mit beleidigtem Gesichtsausdruck und über die Brust verschränkten Armen mitten im Weg. Die Tänzer wirbeln über die Tanzfläche und rempeln hier und da die Wider-Ständler an. Das führt natürlich zu zusätzlichem Unmut bei den im Stillstand Verharrenden. Durch die Bewegung und die Anmut fühlen die Akzep-Tänzer sich fröhlich, glücklich und beschwingt. Sie steuern ihr Leben selbst dorthin, wo sie gerade sein wollen. Jeder Schritt drückt ihr Lebensgefühl, ihre Inspiration und ihre Freude aus. Sie lassen sich von der Energie der Lebensmusik leiten und gleiten leicht durchs Leben, beinahe jedem Hindernis ausweichend. Sie tanken während des Tanzes unablässig Energie, so dass sie über viel mehr davon verfügen, als der Tanz sie kostet.

Die Wider-Ständler sind unnachgiebig und steif. Da sie genau an dem Fleck stehen bleiben wollen, an dem sie gerade stehen, werden sie von allen, die sich bewegen, herumgeschubst. Sie befinden sich stets in einer Art Taumel. Ständig drohen sie das Gleichgewicht zu verlieren und zu fallen. Ihren Weg wählen sie nicht selbst. Lediglich die Pfade zwischen den Tänzern hindurch stehen ihnen offen. Wird einer von ihnen von einem Akzep-Tänzer angestoßen, setzt sich diese Bewegung wie eine Welle oder eine Dominosteinstraße fort. Die Wider-Ständler kollidieren miteinander, während die Akzept-Tänzer einfach ausweichen. Es kostet die Wider-Ständler Unmengen an Energie und Mühe, einfach nur aufrecht stehen bleiben zu können. An selbstbestimmtes Leben ist mit dem kläglichen Rest Energie überhaupt nicht zu denken. Am Ende jeden Tages fühlen sie sich kaputt, erschöpft, missgelaunt und ramponiert. Sie fragen sich, was das Leben überhaupt soll, wozu sie hier sind und wie sie aus dieser Misere entkommen können.

Der Akzep-Tänzer hingegen besitzt eine Vision seines Lebens, weiß genau wohin er seine Schritte lenken soll und ist die ganze Zeit über im Hier-und-Jetzt, achtsam, aufmerksam und konzentriert bei der Sache. Er liebt das Leben und alle, die daran teilhaben, fühlt sich mit allen verbunden und genießt jeden Augenblick, unabhängig von Bewertungsschemata wie gut und schlecht. Er hat begriffen, dass er nicht das Zentrum des Universums ist und sich nicht alles um ihn dreht. Für ihn geht es um den Tanz und darum, alle Beteiligten mitzureißen und zu begeistern, in Bewegung zu versetzen und zu motivieren, sich zur vollen Entfaltung ihrer Selbst und dem eigenen Ausdruck zu bringen. 

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Der Akzep-Tänzer öffnet sich allem im Leben und akzeptiert alles genau so, wie es gerade ist. Er lebt weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft, sondern immer im jetzigen Augenblick und trifft hier seine Entscheidungen, die seinen Weg bestimmen. Dabei lässt er sich nicht von Angst oder seinem überkritischen Verstand beeinflussen. Er handelt vom Seelenimpuls gesteuert und lässt sich von der Energie tragen, die gerade vorherrscht. Dabei hat er stets sein Ziel vor Augen, das er zu erreichen sucht. Dieses Ziel kann sich mit der Zeit wandeln und weiterentwickeln. Der Akzep-Tänzer passt es den Gegebenheiten an und begibt sich ganz und gar in den Fluss des Lebens.

Der Wider-Ständler hat entweder gar keine Ziele oder ein unerreichbares, das er mit der Flexibilität einer Brechstange zu erreichen sucht. Die Umstände des Lebens sind ihm egal. Er möchte entweder einen fixen Zustand beibehalten oder einen unerreichbaren Zustand mit aussichtslosen Mitteln erkämpfen. Diesen Zustand gaukelt ihm sein Verstand vor. In der Realität hat dieser Zustand niemals existiert und wird auch nie existieren. Für ihn fühlt sich das Leben starr und wie ein Kampf an.

Um vom Wider-Ständler zum Akzep-Tänzer zu werden, braucht es eine aktive und bewusste Entscheidung. Meist hilft dabei die Tatsache, dass wir irgendwann einmal keine Lust mehr darauf haben, wie bisher weiterzumachen. Spätestens am Ende unserer Energie. Die Entscheidung sieht für jeden gleich aus.

Ich gab den Widerstand auf und mich ganz dem Leben hin, damit es für mich sorgen kann. Denn das Leben will für mich sorgen, ich stand ihm dabei allerdings mit meinem Widerstand im Weg.