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3.5 Finalissimo

Lesedauer: 7 Minuten

Nun kommen wir zum letzten Punkt: Du darfst zulassen und annehmen lernen, ohne den Gedanken, dass dir etwas in diesem Universum zusteht.

Denn seien wir einmal ganz ehrlich. Bei deiner Geburt wurde dir nichts versprochen oder garantiert. Alles, das dir im Leben begegnet und alles, das du haben darfst, ist ein Geschenk. Auch wenn dir das Geschenk zunächst negativ erscheinen sollte. Selbst nach herben Schicksalsschlägen oder harter Arbeit steht dir als Ausgleich nichts zu. Mit solchen Erwartungshaltungen kann die Seele nicht viel anfangen. Wie vorher gesagt, du bestimmst durch deine Handlungen, was du anziehst. Die Seele gibt dir immer mehr von dem, das du anscheinend gern hast, egal, was es ist. Es folgt immer deinen Handlungen. Es gibt dir einfach nur Möglichkeiten an die Hand immer wieder dasselbe zu tun oder einfach mal etwas anderes auszuprobieren. Es gibt keine ausgleichende Gerechtigkeit des Universums, sondern nur die, die durch deine Handlungen entsteht. Du nimmst dir also, was dir deiner Meinung nach zusteht. In den meisten Fällen überschreitest du damit Grenzen anderer Liebewesen. Die könnten auch auf die Idee kommen, dass ihnen das zusteht, das du dir genommen hast und ihnen gehörte. Sollten sie dann gegen dich handeln, hast du meist das Nachsehen. Nehmen, was dir angeblich zusteht, erzielt nicht denselben inneren Frieden wie das Akzeptieren eines Geschenks, das dir freiwillig gegeben wird. Also baue doch lieber auf das Geschenk, auch wenn es dich vielleicht von ganz anderer Seite erreicht.

Das Zulassen und Annehmen von Geschenken ist nicht jedermanns Sache. Wir lernen, dass wir nichts nur wegen des Lohns tun sollen. Das ist auch genau richtig so. Schielen wir nur nach dem Lohn, der Belohnung oder der Erfüllung eines Wunsches, handeln wir entsprechend anders. Wir tun Dinge, um unser Ziel – also den Lohn – zu erhalten, die uns nicht entsprechen und die somit nicht für uns geeignet sind. Wichtig sind die Motivation und die Art und Weise des Handelns. Warum und vor allem für wen tun wir etwas? Wie tun wir das?

Handelst du nur aus dem Grund heraus, dass es dir allein besser geht, stehst du auch ziemlich verloren mit dem Lohn da. Achtest du darauf, dass du Menschen mit deinen Handlungen unterstützt und die Art und Weise des Handelns zu unser aller Vorteil ist, geht es dir nicht nur psychisch und emotional besser. Du sorgst sogar dafür, dass sich der Lohn vervielfacht. Das ist ein Mechanismus, den die meisten reichen und mächtigen, sowie habgierigen und egoistischen Menschen nicht bedenken oder gar nicht kennen.

Kaufe ich mir den übermotorisierten Riesen-SUV, um eigene Unzulänglichkeiten damit zu kompensieren oder um einen Status nach außen hin zu präsentieren? Oder kaufe ich mit Nachbarn zusammen ein oder zwei energiesparende Fahrzeuge und setze diese dann auch dazu ein, um Nachbarn ohne Führerschein zum Einkaufen mitzunehmen oder zum Arzt zu fahren? Das eine fördert mein Ego, das andere den gemeinschaftlichen Zusammenhalt und soziale Kontakte.

Wir lernen außerdem, dass wir lieber geben, als nehmen sollen. Das artet sehr oft in die Angewohnheit aus, nur noch zu geben und gar nichts mehr anzunehmen. Ich helfe dir zwar gern, nehme jedoch deine Hilfe nicht an. Diese Angewohnheit bringt das Leben und Handeln ebenfalls aus dem Gleichgewicht. Es wirkt genauso nachteilig, wie das andere Extrem. Lehnt man die Annahme von Geschenken oder Unterstützung ab, wollen die Menschen irgendwann auch deine Unterstützung oder Geschenke nicht mehr annehmen. Du bringst sie durch deine Ablehnung um ihre Momente der Freude und des Wohlfühlens. Das engt wiederum deinen Handlungsspielraum ein, da diese Menschen dir nicht mehr bei der Erlangung deiner Ziele zur Verfügung stehen. Nimm doch einfach Geschenke und Hilfsangebote an und freue dich darüber, dass Menschen dich unterstützen möchten. Du kannst sowieso nicht alles selbst so gut erledigen, wie es Menschen mit anderen Fähigkeiten können.

Wenn du nur gibst und niemals annimmst, will die Seele dir auch bald nichts mehr geben. Du würdest ja sowieso nicht einmal merken, dass sich ein Wunsch erfüllt hat. Es wäre pure Verschwendung.

Oft geht dem schon voraus, dass du zwar einen Wunsch hegst, diesen aber nicht zu stellen wagst, da du ja lieber gibst, als nimmst. Du gehst davon aus, dass sich der Wunsch eines Tages auch so erfüllen wird. Wird er jedoch nicht, da du die entsprechenden Handlungen zur Erfüllung des Wunsches unterlässt. Du blockierst dich selbst. Also darfst du zuerst einmal lernen, dass es immer eines Gleichgewichts zwischen Geben und Nehmen bedarf.

Oder um in einem landwirtschaftlichen Kontext zu sprechen: Welcher Bauer wäre so dumm, die Ernte nicht einzuholen, nach all der Arbeit vom Bestellen und Säen über die Pflege der Felder während der Wachstumsphase bis zur fertigen Frucht? Die Ernte würde ja nur auf dem Feld verschimmeln oder vergammeln.

Und genauso verhält es sich auch mit der Annahme und dem Zulassen. So lange du nicht erntest, was du säst, wird die Ernte nicht zu dir kommen.

Nicht immer bekommst du von dem zurück, dem du gegeben hast. Oft bekommst du von jemand anderem ein Vielfaches von dem Gegebenen zurück.

Nächstes Thema: Je detaillierter du dir etwas vorstellst, desto weniger Spielraum lässt du dir, deiner Sicht- und Handlungsweise. Wenn du etwas Bestimmtes erleben willst oder dir einen bestimmten Menschen oder ein bestimmtes Tier herbeisehnst, dann lass so viel wie möglich offen. Jeder Gedanke zu dem Wunsch richtet deine Gedanken aus. Du engst die Möglichkeiten immer mehr ein, nach denen du Ausschau hältst.

Eine Freundin erinnerte mich erst vor Kurzem an die Geschichte mit ihrem Mann. Damals saßen wir in einem Café und sie erzählte mir, dass sie einen bestimmten Typ Mann sucht. Er soll braunes Haar und braune Augen besitzen, am besten schlank und athletisch gebaut sein. Außerdem war ihr wichtig, dass er sportlich, liebevoll, verständnisvoll, aufmerksam und humorvoll ist. Einen guten, sicheren Job sollte er haben, zumindest die wichtigsten Hobbys teilen und sie auch so lassen können, wie sie ist.

Sie meldete sich bei einigen Partnerbörsen an, ging aus und tat alles, um Männer kennenzulernen. Sie fand niemanden, der auch nur annähernd ihre Vorstellungen erfüllte. Immer passte etwas nicht in ihr Schema hinein.

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Sie berichtete mir, dass sie es eines Tages aufgab, nach diesem Mann Ausschau zu halten. Enttäuscht erzählte sie mir, dass sie nach dem Gesetz der Anziehung alles getan hätte, was man eben so tut. Ich erklärte ihr, dass es kein Wunder ist, dass sie keinen passenden Mann findet, bei all den Vorstellungen, die sie hatte. Sie meinte, dass sie sich aber keinesfalls auf einen anderen Typ Mann einlassen könnte, da sie nur sportliche Männer mit braunem Haar und braunen Augen attraktiv fände. Ich sagte ihr, dass sie auf jeden Fall einen Mann treffen werde, wenn sie einfach mal alle Vorstellungen beiseitelasse. Allein die Fixierung aufs Aussehen schließt ja bereits einen Großteil aller Männer aus. Sie achtete nur auf schlanke Männer mit braunen Haaren und braunen Augen. Sie nahm sich vor, keine Vorstellungen mehr mit dem Wunsch nach einem neuen Partner zu verknüpfen und hielt sich auch daran.

Einige Monate später telefonierten wir. Sie erzählte mir ganz begeistert von dem Mann, den sie nur wenige Tage nach unserem letzten Gespräch kennengelernt hätte und mit dem sie nun seitdem einfach so zusammen war. Sie hatte den Eindruck, ihn schon immer zu kennen, und fühlte sich bei ihm unbeschreiblich wohl. Er lässt sie, wie sie ist und versteht sie, wie noch kein Mensch zuvor. Ich fragte sie nach seinem Aussehen. Sie zögerte ein wenig und lachte dann. Er sieht ganz anders aus, als sie sich ihren Traummann vorgestellt hatte. Statt voller, brauner Haare, schwanden seine mittelblonden Stoppeln schon ziemlich, er hatte einen kleinen Bauch und war eher gemütlich, als sportlich. Zwar unternahm er mit ihr Radtouren, aber zum Joggen und Schwimmen war er nicht zu ermuntern. Sie achtete sehr auf ihre Linie und er darauf, dass das Essen immer lecker schmeckte. Es kam ihr vor, als ergänze er sie so perfekt, wie es möglich war. Sie hätte sich niemals vorstellen können, einen solchen Mann attraktiv zu finden, doch sie war ganz hin und weg und schwärmte von seinen Eigenschaften. Sie hätte ihn sich so toll nicht ausmalen können. Das ist nun einige Jahre her und die beiden sind immer noch glücklich miteinander. Du siehst, die entsprechenden Vorstellungen in Bezug auf deine Wünsche und Bedürfnisse engen dich einfach nur ein. Du unterlässt bestimmte Handlungen, da du dir von ihnen nicht das erwünschte Ergebnis erwartest. Du denkst, dass sie nicht zum Erfolg führen können. Damit machst du es der Seele schwer, dir optimal zu helfen. Auch bei beinahe 8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten kann es sein, dass der Mensch aus deiner Vorstellung nicht existiert. Oder er existiert und besitzt jedoch selbst so viele Vorstellungen, die alle nicht auf dich zutreffen.

Wenn du dagegen alles offenlässt, bist du offen für alles und handelst völlig frei. Das ermöglicht Ereignisse und Begegnungen, die unter anderen Umständen nie möglich wären.

Zu dieser Einstellung der Offenheit braucht es auch noch Urvertrauen. Das Vertrauen darauf, dass genau das zu dir kommen wird, welches deine Bedürfnisse und Wünsche so perfekt wie möglich erfüllt. Ich hatte meiner Freundin gesagt, dass sie ja niemals mit einem Mann zusammen käme, den sie nicht attraktiv fände. Die Gefahr besteht nur in unseren Köpfen. Alle existierenden Mechanismen unterstützen dich dabei, die*den für dich geeignete*n, attraktive*n Partner*in zu finden. Und wie sich für sie herausstellte, überwiegen die positiven Eigenschaften ihres Partners so stark, dass die Dinge, die sie vorher als Voraussetzung festgelegt hatte, nicht mehr die geringste Rolle spielen.

Seit einiger Zeit ergeht es mir mit allem so. Ich wünsche oder benötige jemanden oder etwas und lasse alles offen. Deswegen wird mir nur noch das geschenkt, das optimal für mich ist. Meistens sind die Menschen, die ich kennenlerne und Dinge, die ich bekomme, noch besser, als ich sie mir hätte vorstellen können.

Ein Freund von mir, wünschte sich eine Freundin, die ihn unterstützt. Er meinte eigentlich in Haus und Garten und mit seinen Kindern. Doch er stellte fest, dass sie ihn hauptsächlich in seiner Entwicklung unterstützte, indem sie ihn ständig herausforderte, seine Ansichten zu überdenken. Er wollte sich von ihr trennen, weil die Punkte, die er sich wünschte, unerfüllt blieben. Dann sagte ihm eine alte Freundin, dass er sich sehr zu seinem Vorteil verändert hätte. Da kam er ins Nachdenken und stellte fest, dass er sich dank seiner Partnerin so entwickelt hatte. Er nahm also die Partnerschaft so, wie sie war und war dankbar für die Art Unterstützung, die seine Partnerin ihm geben konnte. Auch wenn sie keine Zeit hatte, im Haushalt zu helfen und auf die Kinder aufzupassen, nahm sie ihm Dinge ab, damit er sich mehr um beides kümmern konnte. Als er seine Vorstellungen begrub, rettete er seine Beziehung.

Das waren nun ziemlich viele Informationen zum Thema Gesetz der Anziehung. Auch dieser Text hört sich danach an, dass du viel Tun und Handeln musst, um das zu erreichen, was dir entspricht. Das darfst du auch, doch es wird dir leicht fallen. Um alles ein wenig zu entwirren, fasse ich das ganze Themengebiet noch einmal zusammen.