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Die Comics gibt es nur in der Taschenbuchausgabe

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7.1 #eineseele #onesoul

Lesedauer: 6 Minuten

Stell dir vor, dass du alles tun und lassen kannst, was du willst. Wirklich alles. Alles, das du willst und dir wünschst, wird Wirklichkeit.

Stell dir vor, dass du alles weißt, aber noch nie etwas praktisch getan hast. Du bist absoluter Theoretiker, der sein Wissen einfach so hat, als habe er alle Bücher der Welt gelesen und mit jedem Menschen über alle möglichen Themen gesprochen, aber keinen Tag selbst gelebt.

Stell dir vor, dass außer dir nichts existiert. Es gibt kein Universum, keine Sonnen, keine Planeten, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen.

Stell dir vor, dass du unendlich lange lebst und dass Zeit für dich bedeutungslos ist. Du hast buchstäblich alle Zeit des Universums.

Stell dir vor, dass du aus purer Energie bestehst und du diese Energie formen kannst, wie du es willst. Du kannst selbst zu allem werden, das du dir vorstellen kannst.

Was würdest du tun?

Ich würde alles erleben wollen, das möglich ist. Wirklich alles. Ich würde eine Fantastilliarden Kombinationen aus Leben ausprobieren und mein ganzes theoretisches Wissen in der Praxis erproben wollen.

Stell dir vor, dass Zeit für dich nicht wie eine Strecke existiert, so wie wir sie wahrnehmen. Für dich gibt es keine Vergangenheit, keine Zukunft, sondern einfach nur den jetzigen Augenblick, und zwar immer.

Stell dir vor, Zeit sei für dich wie eine Karte. Du kannst nicht nur zu einem bestimmten Ort reisen, sondern auch zu einer bestimmten Zeit an diesem Ort sein.

Um dir ein verständliches Bild zu zeigen, wie das vonstattengehen könnte, baue ich die Idee als nacheinander geschehende Folge von Sequenzen, also Teilstücken, auf.

Ich würde zuerst eine Sonne bilden. Meine Energie zieht sich zusammen und ich werde Wärme und Licht, denn ohne beides ist kein Leben möglich. Ich lebe also das Leben einer Sonne. Wenn ich dann verglüht bin, wird meine Energie wieder freigesetzt und ich werde zu einem Planeten in der Umlaufbahn der Sonne. Sobald ich als Planet mit der Sonne zusammen verglüht bin, werde ich ein zweiter Planet. Irgendwann, wenn ich genügend Sonnen und Planeten und Monde und Asteroiden und sonstige Himmelskörper war, werde ich ein Planet, der Leben tragen kann.

Und sobald ich wieder frei von meiner körperlichen Planetenhülle bin, werde ich ein erstes Liebewesen, das nur kurz lebt. Dann ein Zweites, dann ein drittes und so fort.

Eines Tages beschließe ich, dass ich gerne Andreas sein will, der am 2.5.1979 in Aachen geboren ist. Dann reise ich auf meiner Zeitraumkarte zu genau dem Zeitpunkt nach Aachen und werde als Andreas geboren. Ich lebe Andreas’ Leben. Andreas heiratet Beatrice und sie bekommen zwei Kinder namens Charlotte und Daniel. Nacheinander reise ich, sobald ich wieder mein Leben beendet habe zu den Geburtstagen dieser Menschen und lebe deren Leben. Da ich ja in beliebiger Reihenfolge in der Zeit hin und her reisen und sein kann, was und wer ich will, entstehen keine seltsamen Paradoxa. Dann beschließe ich, deine Mutter zu werden und lebe ihr Leben. Danach lebe ich das Leben deines Vaters und nun gerade lebe ich dein Leben. Solltest du Kinder haben oder Kinder bekommen, werde ich irgendwann deren Leben leben oder habe das vielleicht sogar schon getan. Es gibt eine Unmenge von Entscheidungen, die Menschen in ihrem Leben treffen können und eine unendliche Anzahl von Möglichkeiten, auf welche anderen Wesen sie treffen können. Ja, ich war auch die Fliege, die du letztens erst erschlagen hast und ich war der Frosch, den du hast quaken hören und die Katze, die dich neulich neugierig durch das Fenster angeschaut hat. Ich war die Kuh, deren Fleisch du gegessen hast und ich war die Kartoffel in deiner Pommestüte. Und ich war du oder werde du sein und du wirst ich sein und damit auch die Fliege, die Katze, die Kuh, die Kartoffel.

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